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Stadt Erlangen

Dr. Florian Janik, Oberbürgermeister

Die Stadt Erlangen ist eine kreisfreie Großstadt im Freistaat Bayern. Mit mehr als 105.000 Einwohnern stellt sie die kleinste der acht Großstädte in Bayern dar.

Erlangen ist vor kurzem zur „Recyclingpapierfreundlichsten Stadt“ Deutschlands gekürt worden. Auf welcher Grundlage erfolgt die vorbildhafte Beschaffung in Ihrer Stadt?
Bereits seit über 20 Jahren setzt die Stadtverwaltung Recyclingpapier ein. 2007 legte die Stadtverwaltung fest, für extern vergebene Druckaufträge grundsätzlich und für den internen Gebrauch ausschließlich Recyclingpapiere zu wählen. Flankiert wurde diese Festlegung durch die Vorgabe, dass die Dienststellen das benötigte Papier ausschließlich über den zentralen Einkauf der Abteilung Infrastruktur und Service im Gebäudemanagement beziehen dürfen. Die bereits erreichte Recyclingpapierquote von über 97 Prozent wurde so nochmals erhöht. Seit 2013 sind alle städtischen Dienststellen verpflichtet, ausschließlich(!) 100-Prozent-Recyclingpapier zu verwenden.

Warum ist Ihnen die Nutzung von Recyclingpapier ein wichtiges Anliegen?
Weltweit wird jeder fünfte Baum für die Papierherstellung gefällt. Eine große Stadtverwaltung verbraucht viel Papier. Wir suchen deshalb nach Möglichkeiten, Papier einzusparen und Papier nachhaltig zu beschaffen. Für die Produktion von Recyclingpapier wird zu 100 Prozent Altpapier verwendet und rund 60 Prozent an Wasser und Energie eingespart. Unter den verschiedenen Umweltsiegeln erfüllt der Blaue Engel besonders strenge Anforderungen.

Wie ist das Thema Ressourcenschutz in der Verwaltung Ihrer Stadt verankert?
Schon viele Jahrzehnte berücksichtigt die Stadt Erlangen bei strategischen Entscheidungen die Belange von Natur, Umwelt und Ressourcenschutz. Ein konkreter Erfolg dieser Stadtpolitik ist beispielsweise die bundesweit hohe Fahrradnutzung. Die jahrzehntelange politische Grundausrichtung wirkte und wirkt selbstverständlich in die Verwaltung und auf ihre Beschäftigten. In zahlreichen Dienststellen spielt Ressourcenschutz eine wichtige Rolle und wird angefangen von der Beschaffung von Lebensmitteln und Getränken bis hin zu größeren Dienstleistungen und Investitionen beachtet. Wichtige Unterstützung leisten dabei Stellen wie der zentrale Einkauf der Abteilung Infrastruktur und Service im Gebäudemanagement oder auch die 2012 eingerichtete Fachstelle für Nachhaltige Beschaffung.

Welches Ziel haben Sie sich für mehr Ressourcenschutz in Erlangen gesetzt?
Dafür muss die Stadtverwaltung mit gutem Beispiel vorangehen. Wir müssen zeigen, dass es möglich ist, verantwortungsvoll mit globalen Ressourcen umzugehen. Initiativen wie die Fairtrade-Town Erlangen oder den kürzlich durchgeführten ersten Nachhaltigkeitstag in Erlangen wollen wir weiter fördern. Wir streben die Schaffung eines umweltfreundlichen, schienengebundenen Nahverkehrssystems an, um die Pendlerströme in unsere Stadt ressourcenschonender zu bewältigen. Eine wichtige Herausforderung der kommenden Jahre ist es zudem, die Schaffung von Wohnraum und Gewerbeflächen und die damit einhergehende notwendige Verdichtung mit einem verantwortlichen Umgang mit natürlichen Flächen in Einklang zu bringen.

 

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